Streit vermeiden und Lösungen mit dem anderen Elternteil finden
Zusammenarbeit für Ihre Kinder
Während einer Trennung/Scheidung kann es bei beiden Eltern einen Wunsch nach Rache geben. Unter diesem Verhalten leiden aber alle Seiten. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihre Kinder und lassen Sie verletzte Gefühle beiseite. So kann die noch lange andauernde Zusammenarbeit mit dem anderen Elternteil besser werden. Und Sie belasten Ihre Kinder nicht mit jahrelangem Ärger und Kampf. Sie selbst können die Trennung/Scheidung und Ihr Leben gestalten.
Folgende Punkte können hilfreich sein:
● Trennen Sie die Eltern- und Paarebene. Überlegen Sie, wie Sie Ihre Kinder gemeinsam gut fördern können. So wird es Ihren Kindern gut gehen.
● Konkurrieren Sie nicht mit dem anderen Elternteil. Ihre Kinder lieben sie beide. Der andere Elternteil wird für immer ein Elternteil Ihrer Kinder bleiben. Beide Eltern haben eine lebenslange Verpflichtung für ihre Kinder.
● Tauschen Sie sich mit dem anderen Elternteil über ihre Kinder aus. Bleiben Sie bei den Gesprächen über Ihre Kinder sachlich und pflegen Sie einen guten Kontakt.
● Respektieren Sie den anderen Elternteil. Dadurch werden Sie einfacher gemeinsame Lösungen finden und auf die Bedürfnisse Ihrer Kinder achten.
● Sie müssen keine Freundschaft entwickeln, aber Themen Ihrer Kinder lösen.
● Beschimpfungen, Vorwürfe oder Drohungen belasten alle Beteiligten und verhindern Gespräche. Bleiben Sie freundlich und sachlich. Bitten Sie den anderen Elternteil, dasselbe zu tun.
● Finden Sie Verhaltensweisen des anderen Elternteils gegenüber den Kindern nicht gut, sprechen Sie diese sachlich an. Unterschiede in der Erziehung sind in Ordnung. Für Kinder hat es keine problematischen Auswirkungen, wenn Eltern Dinge unterschiedlich machen.
● Wenn Sie sich bis jetzt weniger als der andere Elternteil an der Erziehung beteiligt haben, bedanken Sie sich bei ihm. Dann wird auch der andere Elternteil eher anerkennen, dass Sie sich im Leben Ihrer Kinder mehr einbringen wollen.
● Sollte Ihnen der andere Elternteil Ihre geringe Beteiligung vorwerfen, bleiben Sie bei den Tatsachen und gestehen Sie mögliche Fehler ein. Sie können daraus lernen und Dinge anders machen.
● Geben Sie sich, Ihren Kindern und dem anderen Elternteil Zeit, um sich an die neue Familienkonstellation zu gewöhnen.
● Beide Eltern haben oft unterschiedliche Einschätzungen zur Trennung/Scheidung. Erkennen Sie das an.
● Wenn der Austausch mit dem anderen Elternteil für Sie emotional schwierig ist, seien Sie ehrlich. Wenn Sie Ihre Gefühle zeigen, ist der andere Elternteil vielleicht verständnisvoller.
● Verhindert der andere Elternteil den Kontakt zwischen Ihnen und Ihren Kindern, hat er vielleicht Angst die Kinder zu verlieren. Bestätigen Sie ihn in seiner Elternrolle. Zeigen Sie, dass Sie nicht mit ihm konkurrieren und seine Leistungen anerkennen.
● Klären Sie Konflikte sachlich. Verhalten Sie sich fair, auch wenn der andere Elternteil das nicht tut.
● Eine gemeinsame Elternberatung, Mediation oder Familientherapie können hilfreich sein. Eine dritte Person sorgt dafür, dass alle gehört und passende Lösungen erarbeitet werden.