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Kinder und neue Beziehungen

Wie damit umgehen?

Eine Trennung/Scheidung wirkt sich fast immer auf das aktuelle Leben und auch auf eine neue Beziehung aus. Eine neue Beziehung beeinflusst ebenso Ihre Kinder und den anderen Elternteil.
Einige Kinder sind neuen Partner*innen gegenüber sehr offen, andere sehen diese als Bedrohung. Egal wie Ihre Kinder reagieren, seien Sie verständnisvoll. Berücksichtigen Sie auch die Auswirkungen auf den anderen Elternteil.
Die Auswirkungen hängen auch vom Ablauf der Trennung/Scheidung ab. Neue Beziehungen mit oder ohne Kinder können eine Bereicherung sein, sind aber herausfordernd. Sie werden viel Geduld, Zeit und Gespräche brauchen, bis sich alle daran gewöhnt haben.

Beachten Sie folgende Punkte, wenn Ihre Kinder die/den neue*n Partner*in kennenlernen sollen:

● Ihr*e neue*r Partner*in und Ihre Kinder sollen sich erst kennenlernen, wenn Sie sich über die Beziehung sicher sind.

● Informieren Sie den anderen Elternteil über das gemeinsame Treffen.

● Bei Ihnen und dem anderen Elternteil liegt die Verantwortung für die Erziehung und Betreuungsaufgaben. Ein*e neue*r Partner*in kann nur unterstützen. Ihre Kinder möchten überwiegend mit Ihnen Zeit verbringen.

● Bleiben Sie auch im Fall einer neuen Beziehung in Kontakt mit Ihren Kindern. Stellen Sie sicher, dass Ihre Kinder Sie weiterhin besuchen und Zeit mit Ihnen verbringen können.

Was brauchen Kinder in dieser Situation von ihrem Vater?

● Seien Sie den Kindern gegenüber behutsam. Achten Sie auf ein langsames Kennenlernen zwischen allen Beteiligten. Lassen Sie auch negative Gefühle und Reaktionen zu.

● Fragen Sie Ihre Kinder, was sie gemeinsam mit der*m neuen Partner*in unternehmen wollen, um sie/ihn kennenzulernen.

● Oft wünschen sich Kinder nur Zeit mit dem Vater. Versuchen Sie sowohl Zeit allein mit den Kindern zu verbringen als auch gemeinsam mit der*n neuen Partner*in. So können sich die Kinder an unterschiedliche Konstellationen gewöhnen.

● Falls Ihre Kinder Schwierigkeiten haben, fragen Sie, was sie genau stört. So können Sie besser auf die jeweiligen Situationen reagieren.

● Gestalten Sie für Ihre Kinder schwierige Situationen anders, damit diese für alle Beteiligen entspannter werden. Treffen Sie zum Beispiel Abmachungen zur Nutzung des Badezimmers, wenn Ihr*e neue*r Partner*in zu Besuch ist.

● Behalten Sie Rituale bei, auch wenn Ihr*e neue*r Partner*in da ist. Das vermittelt Ihren Kindern Sicherheit.

● Kinder haben bereits zwei Eltern. Stiefeltern sollten keine Ersatzrolle übernehmen, sondern ein „Bonus“ sein. Sie sollten sich nicht zu sehr in die Erziehung der leiblichen Eltern einmischen.

● Seien Sie und die/der neue Partner*in respektvoll gegenüber dem anderen Elternteil. Ihre Kinder leiden darunter, wenn schlecht über den anderen Elternteil gesprochen wird.

● Kinder entwickeln oft zu den Partner*innen der Väter eine gute Beziehung. Die Partner*innen leisten oft einen wichtigen Beitrag für die Beziehung zwischen Väter und Kindern. Das kann entspannend wirken. Sie sind aber trotzdem selbst für die Beziehung zu Ihren Kindern verantwortlich.

● Sie müssen es nicht allen recht machen. Als Vater ist es Ihre Aufgabe, Entscheidungen zu treffen und nicht die Ihres*r neuen Partners*in.

Planen Sie genügend Zeit beim Zusammenziehen ein:

Es macht einen großen Unterschied, ob ihre Kinder neue Partner*innen langsam kennenlernen und sich an die neue Familienkonstellation gewöhnen können oder Sie sofort zusammenziehen. Das Zusammenziehen ist ein Schritt, den Sie länger planen und besprechen sollten. Dabei kann es zu einem Schock kommen und Eifersucht und Loyalitätskonflikte entstehen. Das kann für alle sehr herausfordernd sein und sich nur langsam beruhigen.
Überlegen Sie davor die Details des Zusammenlebens:

● Wie sieht die gemeinsame Zeit mit den Kindern aus?

● Welche Aufgaben übernimmt die/der neue Partner*in im Haushalt und bei der Erziehung?

Wie können Sie mit einer neuen Beziehung des anderen Elternteils umgehen?

● Seien Sie einer neuen Beziehung des anderen Elternteils gegenüber offen. Unterstützen Sie das Kennenlernen zwischen Ihren Kindern und der*m neuen Partner*in.

● Haben Sie keine Angst vor Liebesverlust. Haben Sie Vertrauen in Ihre Beziehung zu Ihren Kindern.

● Treten Sie nicht in Konkurrenz mit einem*r neuen Partner*in des anderen Elternteils. Das passiert sehr oft. Akzeptieren Sie eine neue Person im Leben Ihrer Kinder. Lassen Sie sich aber auch nicht ersetzen. Das wäre nicht im Sinne Ihrer Kinder.

● Haben Sie Respekt vor dem*r neuen Partner*in des anderen Elternteils und dessen Kinder.

● Ihre Kinder sollen von Erlebnissen und Ihrem Alltag erzählen dürfen, auch wenn Ihnen das Erzählte nicht gefällt. Bewerten Sie das Gesagte nicht negativ. Seien Sie neutral, wenn Ihnen Ihre Kinder zum Beispiel freudig über den gemeinsamen Urlaub erzählen, bei dem der/die neue Partner*in dabei war.

● Ihre Kinder sollen nichts verschweigen müssen, sonst erzählen sie weniger und kapseln sich ab. Kinder sollen sich ihre eigene Meinung bilden dürfen.

Wenn mehrere Kinder eingebunden sind

● Versuchen Sie auf die Bedürfnisse sowohl Ihrer Kinder als auch auf die Kinder der*s neuen Partner*in zu achten.

● Reden Sie mit allen Kindern über die Veränderungen und beziehen Sie sie in Entscheidungen ein.

● Alle Kinder sollen über ihre Gefühle reden und Vorschläge für den Alltag (z.B. Ausflüge, Zeit mit dem eigenen Elternteil) einbringen können.

● Auch unangenehme Themen oder Situationen sollen angesprochen werden können.

● Es müssen nicht immer alle alles mögen. Suchen Sie einen Weg, der annehmbar ist. Damit können schwierige Umstände, respektvoll gelöst werden.

● Sprechen Sie mit Ihrer*m neuen Partner*in darüber, wer welche Aufgaben übernimmt. Dies gibt auch Ihren Kindern Klarheit und Sicherheit.

● Bekommen Kinder, die nicht so viel Zeit im gemeinsamen Haushalt verbringen, eine bevorzugte Rolle, können Konflikte entstehen. Gerade Kinder, die dauernd im Haushalt leben, fühlen sich dann benachteiligt. Schenken Sie deshalb allen Kindern genug Aufmerksamkeit.

● Achten Sie darauf, dass Sie keine Konflikte aus der ehemaligen Familie auf die neue Familie übertragen. Schaffen Sie Raum für Veränderungen.

● Gleichzeitig gibt es schon bestehende Rituale, die auch in der neuen Familie gelebt werden sollen. Sie vermitteln den Kindern Kontinuität und Stabilität.

Wenn Halbgeschwister dazukommen

● Reden Sie mit Ihren Kindern über die Veränderungen. Sagen Sie ihnen ebenso, dass bestimmte Dinge gleichbleiben, wie Ihre Beziehung und Ihre Liebe zu ihnen.

● Lassen Sie auch ablehnende Gefühle Ihrer Kinder gegenüber dem neuen Kind zu.

● Schenken Sie Ihren älteren Kindern weiterhin die gewohnte Aufmerksamkeit. Verbringen Sie auch allein Zeit mit ihnen.

● Reden Sie mit Ihren Kindern über Ängste, die das neue Kind betreffen. Versuchen Sie diese Ängste aufzulösen und darauf einzugehen.

Abschließende Tipps

● Seien Sie wertschätzend gegenüber allen. Besonders dann, wenn es schwierig ist und viele Unsicherheiten bestehen.

● Geben Sie sich und allen Beteiligten Zeit. Haben Sie Geduld. Alle brauchen diese Zeit, um sich an die Veränderungen zu gewöhnen und zusammenwachsen zu können.

● Besonders für jüngere Kinder, gibt es viele Bücher über Trennung, neue Beziehungen und Patchworkfamilien. Lesen Sie diese mit Ihren Kindern gemeinsam.

Orientierung für Väter nach Trennungen und Scheidungen

Wenn Alleinerziehende ungleich behandelt werden, zeigen wir das auf.

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