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Hilfe für sich selbst in Trennungs- und Scheidungssituationen

Eine Ausnahmesituation

Eine Trennung/Scheidung ist eine Ausnahmesituation für alle Beteiligten. Sie können Ihr Leben aber selbst gestalten und daraus lernen. In Ausnahmesituationen brauchen wir alle Hilfe. Sie müssen nicht alles allein schaffen. Freund*innen, die zuhören, sind sehr wichtig. Wenn Sie sich einer außenstehenden Person öffnen, belasten Sie Ihre Kinder nicht mit diesem Thema.
Für Sie selbst gibt es professionelle Unterstützung, um Ihre Trennung/Scheidung zu bewältigen.

Professionelle Unterstützung hilft Ihnen dabei:

● Verletzungen aus der Beziehung und der Trennung/Scheidung schneller und besser zu verarbeiten. Das gibt Ihnen mehr Macht über sich selbst und Ihre Gefühle. Es eröffnet Ihnen neue Chancen. Sie können Ihr Leben schneller neu gestalten und sich anderen Themen und Beziehungen zuwenden.

● Sie können andere Perspektiven einnehmen und mehr Verständnis für die einzelnen Beteiligten aufbringen. Dadurch kommen Sie besser mit Ihrem neuen Alltag klar und verbessern den Umgang mit Ihren Kindern und dem anderen Elternteil.

● Mit einer passenden Beratung können Sie und der andere Elternteil schneller aus Streitigkeiten kommen und sich auf Ihre Kinder konzentrieren.

Es gibt verschiedene Arten von professioneller Hilfe. Diese Beratungsangebote gibt es:

● Hilfreich kann eine Eltern- und Erziehungsberatung zum Umgang mit Ihren Kindern während einer Trennung/Scheidung sein.

● Es gibt einige kostenlose Beratungsangebote, z.B. eine Rechtsberatung. Diese informiert Sie über Ihre Rechte und Pflichten während und nach einer Trennung/Scheidung.

● Rechtsanwält*innen sind parteiisch und versuchen das Beste für Sie rauszuholen. Das ist aber nicht zwingend das Beste für Sie, Ihre Kinder und den anderen Elternteil. Die Beauftragung von Rechtsanwält*innen kann zu Verunsicherungen beim anderen Elternteil führen und Einfluss auf den Umgang miteinander und auf das gegenseitige Vertrauen als Eltern haben. Deshalb sollte, außer bei der Scheidung, der Gang zu Gericht der letzte Schritt sein. Davor ist es sinnvoll alle anderen Möglichkeiten wie Mediation oder Elternberatung zu versuchen.

● Mediator*innen sind neutral. Sie haben die unterschiedlichen Seiten im Blick und suchen Lösungen für alle Beteiligten. Bei einer Scheidung gibt es eine verpflichtende Beratung „§ 95-Beratung“. Ähnlich wie bei Elternberatungsstellen wird hier auf das Wohl Ihrer Kinder geachtet.

● Konflikte lassen sich durch eine Mediation, Moderation oder ein gemeinsames Coaching (Elternberatung) besser lösen. Diese Angebote können gemeinsam, allein oder gemischt in Anspruch genommen werden.

● Einige Rechtsanwält*innen bieten einen Collaborative law-Ansatz an. Bei diesem Ansatz tauschen Eltern Informationen offen aus und kooperieren miteinander. Die Eltern erarbeiten bei gemeinsamen Treffen mit Rechtsanwält*innen passende Lösungen.

● Die Familiengerichtshilfe entscheidet durch richterliche Anordnung bei Streitigkeiten über die Obsorge und hat das Kindeswohl im Blick.

● Familienberatungsstellen sind auch für Väter da. Einige Beratungsstellen haben spezielle Angebote für Väter.

● Männerberatungsstellen bieten ebenfalls Beratung zu Scheidung/Trennung an. Es gibt sowohl Einzel- als auch Gruppenberatung.

● Achten Sie bei der Auswahl der Organisation, Person und der Beratung darauf, dass Sie sich wohl und verstanden fühlen. Ihre Anliegen sollen ernst genommen werden. Wenn das nicht zutrifft, versuchen Sie es bei einer anderen Stelle oder einer anderen Person. Oft ist es eine Sympathiefrage.

● Auch ein Austausch mit Eltern, die eine Trennung/Scheidung hinter sich haben, hilft Ihnen, neue Zukunftspläne zu entwickeln. Sie werden sich nicht mehr „allein“ fühlen.

Achten Sie außerdem darauf, dass…

● Sie nicht zu viel Zeit vergehen lassen, wenn Sie Unterstützung benötigen. Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch.

● Arbeiten Sie aktiv daran, so wenig wie möglich mit dem anderen Elternteil zu streiten. Sie finden so schneller wieder zu mehr Zufriedenheit in Ihrem Leben.

● Machen Sie Dinge, die Ihnen guttun. Gehen Sie Aktivitäten und Hobbies nach, die Sie gerne machen.

● Versuchen Sie neue Routinen aufzubauen, sowohl für Sie selbst als auch für Ihre Kinder.

● Sammeln Sie Wissen zur Trennung/Scheidung. Das gibt Ihnen Sicherheit, wie es weitergeht und was Ihre praktischen und rechtlichen Möglichkeiten sind.

Orientierung für Väter nach Trennungen und Scheidungen

Wenn Alleinerziehende ungleich behandelt werden, zeigen wir das auf.

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