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Internationaler Frauentag: ÖPA weist auf erschwerten Arbeitsmarktzugang für Alleinerzieherinnen hin

Pressemitteilung vom 06. März 2026

Anlässlich des Internationalen Frauentags macht die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) auf die strukturellen Hürden aufmerksam, mit denen Alleinerzieherinnen mit jungen Kindern beim Zugang zu existenzsichernder Erwerbsarbeit konfrontiert sind. Mangelnde Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg und fehlende ergänzende Kinderbetreuung drängen viele Frauen in Teilzeit, prekäre Beschäftigung oder finanzielle Abhängigkeit. Ein funktionierendes, verlässliches Kinderbetreuungssystem sowie gezielte Maßnahmen für den beruflichen Wiedereinstieg sind aber entscheidend, um Alleinerzieherinnen echte Chancen auf wirtschaftliche Unabhängigkeit und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die Politik ist daher gefordert, endlich konsequent zu handeln und die Situation für Alleinerziehende langfristig zu verbessern.

Zuverdienst als wichtige Brücke

Alleinerziehende Familien sichern ihr Einkommen sehr oft aus mehreren Quellen, um die Vereinbarkeit von Familien und Beruf überhaupt zu ermöglichen. Geringfügige Einkommen spielen dabei eine wichtige Rolle. Fehlt etwa flexible Kinderbetreuung wird oft der Job durch einen flexibel gestaltbaren Zuverdienst ergänzt. Oder es ist nach der Karenz aufgrund der Kinder nicht möglich ausreichend zu arbeiten und der Zuverdienst hält den Kontakt zum Arbeitgeber bis zum vollen Wiedereinstieg aufrecht.

Die Kürzung zu Beginn des Jahres bei geringfügigen Zuverdiensten erschweren die Anbindung an den Arbeitsmarkt und erhöhen die Armutsgefährdung der Familien durch einen Einkommensentfall. Gerade diese Option stellte daher für viele Eltern eine wichtige Brücke zum Arbeitsmarkt dar. Durch geringfügige Beschäftigung können berufliche Kontakte auch nach der Karenz erhalten und der Wiedereinstieg erleichtert werden.

Besonders für Alleinerziehende mit Kleinkindern ist eine existenzsichernde vollzeitige Erwerbsarbeit aufgrund fehlender Betreuungsplätze kaum möglich. Der Wegfall von Zuverdienstmöglichkeiten führt daher in vielen Fällen nicht zu schnellerer Integration in den Arbeitsmarkt, sondern eher zu einer weiteren Distanzierung davon.

Lücken im Kinderbetreuungssystem beheben

Alleinerziehende sind in besonderem Maß auf flexible, verlässliche und ausreichend lange Betreuungszeiten angewiesen. Viele Berufe – etwa im Gesundheits-, Pflege- oder Dienstleistungsbereich – beinhalten Früh-, Spät- oder Wochenenddienste. Vorhandene Betreuungseinrichtungen können Rand und Wochenendzeiten jedoch kaum abdecken. Dazu kommt hinzu, dass zusätzliche Kinderbetreuungen nur mehr privat finanziert werden, wenn die öffentliche nicht reicht. Das bringt die Familien häufig an ihre Grenzen oder bedroht Alleinerzieherinnen mit Arbeitslosigkeit.

„Situationen wie aktuell die Förderstopps mehrerer Kindergärten in Wien zeigen deutlich, wie schnell Alleinerziehende durch Lücken im Betreuungssystem aus ihrer Erwerbstätigkeit gedrängt werden können“, betont Evelyne Martin, Vorstandsvorsitzende der ÖPA. „Wenn verlässliche Betreuung wegfällt, kann unter Umständen die gesamte Erwerbsgrundlage zusammenbrechen.“

Anlässlich des Internationalen Frauentags fordert die ÖPA daher:

  • Ergänzende, flexible Kinderbetreuung, die individuell in Anspruch genommen werden kann und den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben erleichtern.
  • Verlässliche und mindestens gleichwertige Betreuungs-Angebote müssen Eltern bei der Schließung bestehender Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.
  • Arbeitsmarktpolitische Regelungen, die den schrittweisen Wiedereinstieg – etwa über geringfügige Beschäftigung – müssen ermöglicht werden.

 

„Gleichstellung am Arbeitsmarkt beginnt mit realistischen Rahmenbedingungen für Eltern. Ohne flexible verlässliche Kinderbetreuung droht vielen Alleinerziehende der Ausschluss aus dem Erwerbsleben“, stellt Evelyne Martin abschließend klar.

 

Alle Presseaussendungen der ÖPA finden Sie hier:

Wenn Alleinerziehende ungleich behandelt werden, zeigen wir das auf.

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