© Nina Högler

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Alleinerziehende im Portrait: Nina Högler

Nina Högler wagte einen Schritt, den viele Solo-Frauen mit Kinderwunsch vielleicht gerne wagen würden. Die rechtlichen und organisatorischen Hürden für Solo-Mutterschaft sind hier in Österreich ziemlich groß.

Nina Högler lebt in Niederösterreich. Sie wollte immer schon Kinder. Als sich ihr damaliger Partner nach dem gemeinsamen Hausbau aber gegen Kinder entschieden hatte, wollte Nina nicht länger warten. Sie informierte sich über die Optionen einer Solo-Mutterschaft. In Österreich sieht es hiermit nicht so einfach aus. Es besteht für alleinstehende Frauen keine Möglichkeit zu einer Samenspende. Deshalb wendete Nina sich an eine Klinik im Ausland. Dort fühlte sie sich gut betreut. Eine Dolmetscherin erleichterte die Kommunikation. 

Aus dem einen eingesetzten Embryo wurden zwei kleine (oder große 😉) Wunder. Nina bekam eineiige Zwillinge! Heute sind die Mädels zwei Jahre alt. 
Der Alltag läuft gut. Nina ist Pastoralassistentin. In ihrer Pfarre gibt es großes Verständnis für ihre Situation. Sie hat flexible Arbeitszeiten. Gelegentlich kann Nina die Mädels sogar in die Pfarre mitnehmen. Zudem packen die Großeltern der Kleinen mit an. Sie betreuen ihre Enkelinnen an zwei Tagen in der Woche. Nina weihte ihre Eltern von Anfang an in ihre Pläne mit ein. 

© Nina Högler

Ihren Alltag beschreibt Nina wie folgt: “Ich hab das große Glück, unseren Alltag sehr flexibel gestalten zu können und so jeden Tag neu zu schauen, was für die Twinnies, mich oder in meinem Job jetzt gerade wichtig ist. 

Wir stehen meistens sehr gemütlich auf, dann geht’s ins Bad und nach dem Frühstück bleibt Zeit für gemeinsames Spielen/Basteln/Toben oder wir packen uns zusammen und fahren irgendwohin – mal auf einen Spielplatz, ins Büro oder sonntags halt in die Kirche… Mittags gibt’s entweder im Auto oder daheim im Bett noch einen Mittagsschlaf und am Nachmittag entweder wieder eine Unternehmung (Schwimmkurs, Kinderturnen, Gebärdensprachkurs), Treffen mit Freundinnen und deren Kinder, mit denen wir gemeinsame Zeit genießen oder wir bleiben daheim und finden uns dort was zu tun … 2 Tage in der Woche sind Granny und Opa bei uns, damit ich alleine ins Büro gehen kann – schließlich muss ich mich dort manchmal konzentrieren und da helfen 2 Wirbelwinde nicht soooo sehr dabei.   
Abends hüpfen wir gemeinsam unter die Dusche und nach dem Zähneputzen gibt’s im Bett noch eine Gute-Nacht-Geschichte und wir überlegen gemeinsam, was heute besonders schön war. Wenn die Twinnies dann schlafen, schleiche ich mich an den Computer und versuche die Home-Office Zeiten des Tages nachzuholen oder ein bisschen Haushalt zu schaffen.”  

Nina setzt sich dafür ein, dass Solo-Mutterschaft in Österreich legal wird. Gerade rechtlich und finanziell gibt es noch Unterschiede zu Familienformen mit zwei Eltern. 
Sie ist außerdem in einigen Gruppen von “Single Moms by Choice” aktiv. Diese bieten die Möglichkeit zur Vernetzung. Sie bieten auch Anlaufstellen für Frauen, die denselben Schritt wagen möchten.  

Alle Portraits

Neben der Basisarbeit der Interessenvertretung, der Vernetzungs- und der Öffentlichkeitsarbeit bilden weitere Projekte der ÖPA eine zentrale Säule unserer Arbeit. 

Wenn Alleinerziehende ungleich behandelt werden, zeigen wir das auf.

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